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Fehlerklassifizierung und Analyse

Der folgende Abschnitt bezieht sich auf die Fehlerklassifizierung des PC-Programms Rechtschreibanalyse - Andrea & Andree (Analyse des Rechtschreibanfangs - Analyse der Rechtschreibentwicklung).

Das Programm Andrea & Andree orientiert sich an der lautorientierten und der orthografischen Strategie und nimmt eine entsprechende Fehlerklassifizierung vor.

Bei dieser Fehleranalyse und Fehlerklassifizierung geht es um die Feststellung typischer Auslassungen, Verwechslungen und Schreibungen, aus denen Rückschlüsse auf die Schreibentwicklung des Kindes möglich sind. Andrea & Andree verwendet drei Hauptkategorien bei der Fehlerklassifizierung: Fehler vom Typ A (Anfänger-typisch), Fehler vom Typ F (Fortgeschrittenen-typisch) und Fehler bei speziellen Graphemen.

Fehler vom Typ A sind Fehler, die für Anfängerinnen und Anfänger typisch sind, fortgeschrittenen Schreiberinnen und Schreibern aber kaum noch unterlaufen. Insbesondere handelt es sich dabei um das Weglassen von Graphemen (Nse statt Nase, Besn statt Besen) und das Verwechseln ähnlich klingender Laute (Pesen statt Besen, Keste statt Kiste, Tesch statt Tisch).

Fehler vom Typ F sind Fehler, die auch fortgeschrittenen Schreiberinnen und Schreibern noch relativ häufig unterlaufen. Im Allgemeinen handelt es sich dabei um eine Verwechslung von alternativen Schreibungen für den gleichen Laut, z.B. Kint statt Kind, Hende statt Hände, Kam statt Kamm. Die Laute werden also im Wesentlichen korrekt wiedergegeben, die Schreibung ist aber orthografisch nicht richtig (d.h. Anfängerinnen und Anfänger verwechseln Laute, Fortgeschrittene verwechseln Schreibungen). Die zugrunde liegenden Rechtschreibprobleme sind solche, die schwierigeren Regeln gehorchen oder bei denen keine Regelhaftigkeit zu erkennen ist: (schwieriges) Regelwissen und Merkwissen.

Macht ein Kind keine Fehler vom Typ A mehr, so wird die Lautstruktur der Wörter richtig wiedergegeben (das Kind beherrscht die lautorientierte oder alphabetische Strategie). Macht ein Kind auch keine Fehler vom Typ F mehr, so wird auch die orthografische Struktur der Wörter richtig wiedergegeben (das Kind beherrscht die orthografische Strategie).

Natürlich machen Anfängerinnen und Anfänger auch viele Fehler vom Typ F, wenn die zu schreibenden Wörter entsprechende orthografische Besonderheiten enthalten. Beispielsweise lassen Anfänger, die lautorientiert schreiben, nahezu alle Längezeichen weg. Umgekehrt allerdings machen Fortgeschrittene im Allgemeinen nur noch gelegentlich Fehler vom Typ A.

Solange ein Kind noch viele Fehler vom Typ A macht, sollten die elementaren Fähigkeiten wie z.B. die Unterscheidung ähnlich klingender Laute im Zentrum der Förderung stehen, nicht die fortgeschrittenen orthografischen Konzepte wie z.B. Konsonantenverdoppelung.

Fehler vom Typ A korrespondieren im Wesentlichen mit der lautorientierten Strategie, Fehler vom Typ F mit der orthografisch/morphematischen Strategie. (Zu Schreibstrategien siehe z.B. die Artikel von Gerheid Scheerer-Neumann in Huber u.a., Einblicke in den Schriftspracherwerb, und in Balhorn u.a., Schatzkiste Sprache 1).

Weiterhin wird ein Teil der Fehler unter Spezielle Grapheme erfasst (dies sind insbesondere er, ch, sch, s(p), s(t), ng, nk, pf, qu, x und chs), d.h. die Fehlschreibungen dieser Grapheme werden gesondert erfasst (also nicht unter Typ A oder Typ F).

 


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Stand: Januar 2015