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Das Stammprinzip

Das Stammprinzip

Das Stammprinzip besagt, dass in allen Wortformen der Wortstamm möglichst unverändert bleiben soll.

Dadurch wird das Lesen erleichtert, weil das Wort leichter erkennbar ist. Auch beim Schreiben kann dies eine Erleichterung sein. Es handelt sich zwar um eine zusätzliche Regel, die beachtet werden muss, aber weil das Stammprinzip relativ konsequent angewendet wird, kann man viele Schreibungen leicht aus dem Stammprinzip herleiten.

Besonders wichtig ist das Stammprinzip bei der ä- und äu-Schreibung und der Auslautverhärtung. Aber nicht alle Schreibungen sind ableitbar:

Gläser

ableitbar von Glas, daher mit ä statt e

Bär

nicht ableitbar

Bäume

ableitbar von Baum, daher mit äu statt eu

Säule

nicht ableitbar

Hund

ableitbar von Hunde, daher mit d geschrieben, obwohl [t] gesprochen wird

Obst

nicht ableitbar (das b wird [p] gesprochen)

Da für manche Wörter verschiedene Ableitungen möglich sind, erlaubt die Rechtschreibreform dafür auch verschiedene Schreibungen:

Alte Rechtschreibung: aufwendig.
Neue Rechtschreibung: aufw
endig (da von aufwenden ableitbar) oder aufwändig (da von Aufwand ableitbar).

Weitere Beispiele zur Auslautverhärtung finden Sie hier.

Weitere Beispiele zur ä- und äu-Schreibung finden Sie hier.

Die Anwendung des Stammprinzips geht (bewusst oder unbewusst) mit einer Morphemgliederung des Wortes einher. Zum Beispiel gliedert sich Verkehrsschild in

Ver - kehr - s - schild.

Neben den sinngebenden Hauptmorphemen (hier: kehr und schild) trifft man bei diesen Zerlegungen immer wieder auf die gleichen Vor- und Nachsilben (funktionale Morpheme ohne eigenen Sinn, hier: ver). Interessant ist nun, dass diese Vor- und Nachsilben niemals orthografische Elemente, d.h. Kürze- oder Längezeichen, enthalten:

be-, ent-, er-, ge-, ver-, zer-,

-bar, chen, -haft, -ig, -los, -tum, -ung und viele andere.

 


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Stand: Januar 2015