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Verwechslung stimmhafter und stimmloser Plosive

Ein beträchtlicher Teil der Fehler, die Anfängerinnen und Anfängern unterlaufen, betrifft die Verwechslung stimmhafter und stimmloser Plosive, d.h. von b und p, von d und t und von g und k. Dafür gibt es mehrere Ursachen:

  1. die Ähnlichkeit der Laute
  2. die Ähnlichkeit der Formen bei b und p
  3. die Auslautverhärtung.

Der erste Punkt, die Verwechslung ähnlicher Laute, ist eine der größten Fehlerquellen beim Schreibenlernen, hier spielt Hör- und evtl. Sprechtraining eine große Rolle. (Siehe den Abschnitt Lautorientiertes Hören - Lautorientiertes Schreiben.)

Bei Punkt 2, der auch zahlreiche andere Buchstabenpaare wie z.B. m und n oder u und v betrifft, spielt die visuelle Wahrnehmung eine große Rolle. Bei beiden Punkten steht also eigentlich nicht die Rechtschreibung im Vordergrund sondern die Wahrnehmung.

Bei Punkt 3 hingegen handelt es sich um ein klassisches Rechtschreibproblem. Im Deutschen werden stimmhafte Plosive am Wortende stimmlos gesprochen, z.B. wird Kind am Ende mit [t] gesprochen. Das betrifft auch den Fall, dass der Plosiv nicht unmittelbar am Wortende, sondern davor, aber im Silbenendrand steht, z.B. bei Herbst, Obst, du legst. In den ersten beiden Fällen wird [p] gesprochen, im letzten Fall [k]. Beachten Sie, dass nicht nur diese typischen Beispiele, sondern z.B. auch und und ab von der Auslautverhärtung betroffen sind. Dies gilt auch für Zusammensetzungen wie z.B. Abfall.

Anfängerinnen und Anfänger, die weitgehend nach Gehör schreiben, haben natürlich keine Möglichkeit, hier die richtige Schreibung zu erkennen. Wird also beispielsweise Kint statt Kind geschrieben, so ist dies völlig normal, da es die Aussprache richtig wiedergibt. Man sollte also keinesfalls erwarten, dass Anfänger Wörter, in denen Auslautverhärtung vorkommt, richtig schreiben.

Zu beachten ist dabei auch die Zusammenstellung der Wörter. Lässt man beispielsweise die scheinbar so harmlosen Wörter Hut, Dose und Kind gleichzeitig schreiben, so wird der Laut [t] einmal durch den Buchstaben t (in Hut)  und einmal durch den Buchstaben d (in Kind)  wiedergegeben, andererseits steht der Buchstabe d einmal für den Laut [d] (in Dose) und einmal für den Laut [t] (in Kind). Für Verwirrung ist also gesorgt. Man sollte also mit der Verwendung von Wörtern mit Auslautverhärtung zurückhaltend sein, solange die Unterscheidung stimmhafter und stimmloser Plosive noch nicht gefestigt ist.

 


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Stand: Januar 2015