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Lautorientiertes Schreiben - Lautorientiertes Hören

Lautorientiertes Schreiben setzt lautorientiertes Hören voraus. Wer Schwierigkeiten mit der Wahrnehmung von Lauten hat, hat auch Schwierigkeiten mit dem lautorientierten Schreiben.

Die Fähigkeit, lautorientiert zu hören, ist aber keine Selbstverständlichkeit. Nicht alle Schulanfängerinnen und Schulanfänger sind dazu gleichermaßen in der Lage.  Zum Schreibenlernen gehört daher auch „Hören lernen“.  Die Kinder sollten also lernen, die Wörter in ihre Laute zu zerlegen. Diese Fähigkeit zur Lautanalyse ist wesentlicher Aspekt der sog. phonologischen Bewusstheit.

Zu berücksichtigen ist dabei, dass nicht alle Kinder alle Laute hören, sprechen oder unterscheiden können. Zum Beispiel wird ch („ich“-Laut) in vielen Gegenden Deutschlands wie sch gesprochen, so dass eine lautliche Unterscheidung von z.B. Kirche und Kirsche nicht möglich ist.  Es ist dann kaum möglich, Kirche lautorientiert richtig zu schreiben, vielmehr ist Kirche in solchen Gegenden ein Merkwort.

Wie schwer es ist, Laute, die nicht schon während des Sprechenlernens als Kleinkind gelernt wurden, später hören und vor allem Sprechen zu lernen, ist den meisten aus dem Englischunterricht vertraut. Auch an die Schwierigkeiten der Japaner beim Unterscheiden von r und l sei hier erinnert.

Auffällige Fehler eines Kindes müssen also keineswegs ein Zeichen von besonderen Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung sein, sie können ihre Ursache auch darin haben, dass das Kind ein anderes Lautrepertoire hat als seine Umgebung. Neben regionalen Unterschieden innerhalb Deutschlands besteht diese Möglichkeit insbesondere auch bei Kindern ausländischer Herkunft.  Probleme können dabei nicht nur dadurch entstehen, dass ein Kind bestimmte Laute nicht kennt. Auch der umgekehrte Fall kann zu Fehlschreibungen führen, dass nämlich ein Kind feinere Lautunterschiede wahrnimmt, als sie von der deutschen Rechtschreibung wiedergegeben werden. Beispiele dazu werden von Wolfhard Kluge in seinem Artikel in Feuchert/Büttner, Schreiben lernen - Schreiben lieben und von Gerheid Scheerer-Neumann in ihren Artikeln in Huber u.a., Einblicke in den Schriftspracherwerb und in Balhorn u.a., Schatzkiste Sprache 1 angegeben. Scheerer-Neumann nennt als Beispiele Khint statt Kind und Phaul statt Paul.

 


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Stand: Januar 2015