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Fehlende Grapheme

In den Anfangsstadien des Schreibens werden sehr viele Grapheme ausgelassen, insbesondere Vokale (siehe Skelettschreibung). Später, wenn die Schreibungen weitgehend vollständig sind, sind von den Auslassungen einige Grapheme bzw. Laute besonders betroffen, und zwar diejenigen, die bei normaler Aussprache nicht oder fast nicht hörbar sind.

Schwa-Laut: Dies ist der schwache, e-ähnliche Laut, der insbesondere am Wortende auftritt, z.B. in Tomate oder Dose. Schreibungen wie Tomat oder Dos sind daher nicht ungewöhnlich. Bei Wörtern wie z.B. Tomate, in denen der Schwa-Laut auf t folgt, kommt noch hinzu, das man den Laut [t] nicht einzeln sprechen kann, sondern nur mit folgendem Schwa-Laut. Gleiches gilt für die anderen Plosive d, b, p, g und k.

Nicht hörbares e: Dabei handelt es sich um das e in den Wortendungen -el, -em und -en. Dieses e, z.B. in Nadel, wird bei normaler Aussprache nicht gesprochen oder allenfalls als Schwa-Laut. Die Funktion des vokalischen Silbenkerns wird hier vom nachfolgenden Konsonanten übernommen. Dadurch kommen Schreibungen wie Nadl zustande, die die Lautung des Wortes korrekt wiedergeben. In Wörtern wie Namen wird der Schwa-Laut gesprochen, aber auch dieser wird, wie schon erwähnt, häufig weggelassen.

Bemerkung: Eine besondere Rolle im obigen Beipiel spielen die Konsonanten l, m, und n, im folgenden Beispiel das r. Diese werden als Sonoranten bezeichnet; sie verhalten sich teilweise wie Vokale.

Vokalisches r: Das r in Wörtern wie Arm und Arbeit wird meist nur sehr schwach als a-ähnliches, unsilbisches vokalisches r gesprochen oder es wirkt wie ein Längezeichen, so dass ar als langes a gesprochen wird. Folglich wird das r in diesen Fällen häufig weggelassen.

Nach anderen Vokalen als a wird r im Allgemeinen auch als unsilbisches vokalisches r gesprochen (z.B. in Turm), ist dann aber besser wahrnehmbar. Daher sind die Auslassungen hier seltener, öfter wird statt dessen a geschrieben (Tuam).

Zusammenfallen gleicher oder ähnlicher Laute: Besonders an der Fuge zusammengesetzter Wörter, wie z.B. bei Telefonnummer, kommt es manchmal zum Zusammentreffen gleicher oder ähnlicher Laute, wobei dann meist nur ein Laut gesprochen wird. Dies führt zu Schreibungen wie z.B. Telefonummer. Um zu erkennen, dass hier zwei n zu schreiben sind, muss das Wort zerlegt werden. Solche Operationen werden aber von Anfängerinnen und Anfängern selten durchgeführt.

 


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Stand: Januar 2015