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Doppelkonsonanten

Kann man Doppelkonsonanten hören?

Ein wichtiges Hilfsmittel zur Erschließung der Lautstruktur von Wörtern ist das silbenweise Sprechen. Dies bereitet nur wenigen Kindern Schwierigkeiten, und es gibt nur selten Unklarheiten, wo die Silbengrenzen liegen.

Umstritten ist aber die Frage, ob man Doppelkonsonanten hören kann. Spricht man Wörter wie Kanne normal aus, so wird der Doppelkonsonant selbstverständlich nur als ein Laut gesprochen. Bei lautorientierter Schreibung wird der zugehörige Buchstabe dann auch nur einmal geschrieben (Kane).

Wie aber wird der Doppelkonsonant bei silbenweiser Aussprache gesprochen? Heißt es dann

 

[kan - ne]

(Doppelkonsonant hörbar)

oder

 

 

 

[ka - ne]

(Doppelkonsonant nicht hörbar).

Die Ansichten hierzu sind unterschiedlich. Laut Grammatikduden (5. Auflage 1995, Nr. 38, Seite 38/39 und Nr. 92/93, Seite 69/70) bildet der Konsonant in solchen Fällen sowohl das Ende der ersten als auch den Beginn der nächsten Silbe, d.h. er ist bei silbenmäßiger Aussprache hörbar: [kan - ne]. Wichtig dabei ist allerdings, dass auch bei silbenmäßiger Aussprache das a kurz gesprochen wird. Die entsprechende Aussprache mit langem a wäre in der Tat [ka: - ne].

Solche Konsonanten, die die beiden Silben verbinden und zu beiden Silben gehören, werden als Silbengelenke bezeichnet. Die Schreibung als Doppelkonsonant entspricht also einfach dem doppelten Auftreten des Konsonanten als Ende der ersten und als Beginn der zweiten Silbe. Die Trennung beim Schreiben, Kan-ne, stimmt mit der Trennung beim Sprechen, [kan - ne], überein.

Das ck ist der zum k gehörende Doppelkonsonant, und es bildet daher ebenfalls häufig ein Silbengelenk, z.B. in Zucker. Die silbenmäßige Aussprache von Zucker ist also [(ts)uk - k(er)], in Übereinstimmung mit der Trennung nach alter Rechtschreibung, Zuk-ker. Die Trennung nach neuer Rechtschreibung, Zu-cker, zerstört leider diesen Zusammenhang.

(Zur hier verwendeten Lautschrift siehe Laut-Graphem-Zuordnung)

 


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Stand: Januar 2015